SVV in Kürze
SVV steht für SelbstVerletzendes Verhalten. Darunter zusammengefasst sind alle Handlungen, die bewusst oder unbewusst darauf abzielen, sich selbst Schmerz bzw. Schaden zuzufügen. Äusserungsformen von SVV
Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Formen von SVV:
Manchen sind diese Handlungen nicht bewusst, sie tun all dies in einer Art Trancezustand, an den sie sich später wie an einen Traum erinnern (nur dass die Verletzungen trotzdem sehr real sind) oder an den sie sich manchmal auch gar nicht erinnern können. Eine Bekannte, die an Albträumen litt, stand in der Nacht auf und verletzte sich im Schlaf; erst am nächsten Morgen, wenn sie die Wunden an den Armen sah, wurde ihr bewusst, was in der Nacht geschehen war.
Indirektes SVV erscheint subtiler und ist oft nicht einmal für die Betroffenen fassbar. So könnte sich ein Betroffener z.B. Dreckwasser in die Venen injizieren, während er von sich und der Umwelt nichts wahrnimmt (siehe dazu Dissoziative Störungen); wenn er wenige Tage später daran erkrankt, erinnert er sich nicht mehr daran. Seelisches SVVDiese Definition existiert, soweit ich weiss, noch nicht offiziell, aber ich habe sie für mich selbst geschaffen, weil mir dieser Begriff zu passen scheint. Unter seelischem SVV verstehe ich eine Verhaltensweise, die ich bei mir und vielen anderen Betroffenen immer wieder beobachtet habe: Manchmal begibt man sich sehenden Auges, schlimmstenfalls sogar ganz absichtlich in Situationen, die wehtun oder verfängt sich in dementsprechenden Gedankenspiralen. Das kann soweit gehen, dass man sich selbst bis zu einem Akt der Selbstverletzung treibt, obwohl man die auslösende Situation ohne Weiteres hätte vermeiden können. Da ich aus eigener Erfahrung nicht glaube, dass das reine Naivität ist, zähle ich es zum Krankheitsbild dazu. Warum tut man das?
Einfach gesagt: Weil es Erleichterung verschafft. Der seelische Schmerz kann keinen Ausdruck finden und wird deshalb auf den Körper projiziert. Wunden in der Seele sieht keiner, Wunden auf den Armen hingegen schon (oder wo auch immer), vor allem auch der Betroffene selbst. Selbstverletzung hat mit Leidanerkennung zu tun, insbesondere damit, dass der Betroffene sein eigenes Leid als real erkennt; es hat mit Ausdruck zu tun, wo Worte fehlen oder verboten wurden.
Hier geht es zur ausführlicheren Erklärung.
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