Horror inside
Es ist die Ungewissheit, die so nagt, es ist die Ungewissheit, die mich fast wahnsinnig macht. Es ist alles da, alles, was man erwartet, nur keine Erinnerung. Aber die Angst ist da, ständig, überall, sie lauert, nur ein Stichwort und sie packt zu, nur ein Bild, und sie ergreift mich, sie jagt mich, sie hetzt mich, bis ich vor Erschöpfung zusammenbreche und dann zerreisst sie mich. Irgendwo tief drin weiss ich, dass ich mir nichts mehr wünsche als einfach nur existieren zu können, ohne diese Angst, einfach normal sein zu können, ohne die Panik, die in mir aufsteigt, wenn irgendetwas DARAUF hinweist. Irgendwo tief drin ist auch ein Wille, der sich dagegen zu wehren versucht, der versucht, zu erstarken und dagegen zu kämpfen. Aber all das wird überlagert von der grausamen Angst. Sie lässt mich nicht los, nicht tags, nicht nachts, nicht im Schlaf, nirgends, denn überall könnte es lauern, überall könnte es mich packen und dann wäre ich wieder an dem Punkt, einfach aufzugeben.
Es ist entsetzlich.
Ich weiss doch, dass es eigentlich normal ist. Dass es nichts Gefährliches ist. Dass es etwas Gutes ist. Aber das alles weiss nur mein Verstand. Der weiss auch, dass das Gefühl nichts dafür kann, dass es anders empfindet.
Und dann kommt wieder die Ungewissheit. Ich weiss doch nichts. Ich habe keine Bilder, keine Erinnerung, nur dieses Gefühl, nur die Angst. Sie ist alles, was ich habe. Sie sagt mir, was es vielleicht war. Aber sie gibt mir keine Gewissheit. Es nagt, es bohrt. Es könnte ganz anders sein. Es sticht, es frisst. Was, wenn ich mir alles nur einbilde? Es reisst, es zerstört. Was, wenn ich mir das selbst eingebrockt habe? Was, wenn ich es mir nur einrede, um eine Ausrede für meine Schwäche zu finden? Für mein Versagen? Nur die Tapferen könnten damit umgehen, ich kann doch gar nicht tapfer sein?
Ich müsste viel schlimmer dran sein. Ich müsste mich viel mehr zerstören, wenn es so wäre. Ich muss mich viel mehr zerstören, wenn ich Anspruch auf diese Ausrede erhebe. Ich lüge. Ich lüge mich selbst an, ich lüge andere an, nur um schwach sein zu dürfen, nur um eine Ausrede dafür zu haben. Ich lüge, um Aufmerksamkeit zu bekommen, die ich nicht verdient habe, die ich nie verdienen werde.
Alles wird taub. Ich muss funktionieren, wie immer. Ich muss zur Arbeit wie früher zur Schule. Ich darf nicht so sein. Ich darf nicht sagen, wie es mir geht. Ich muss lächeln und nett sein und ich muss mich auch so fühlen.
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